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Templer Vorkommen in der Literatur und Forschung


In Walter Scotts Roman Ivanhoe werden die Tempelritter als hochfahrende und freche Grobiane bezeichnet, als heuchlerische Despoten, die schamlos ihre Macht mißbrauchen und hinter den Kulissen den Verlauf der Geschichte in ihrem Sinne steuern. Andere Autoren des 19. Jahrhunderts schildern sie als Teufelsanbeter, die abscheulich obszöne, abartige und ketzerische Rituale zelebrieren.

1120 (andere Quellen geben 1118/19 an) wurde der Templerorden als erster geistlicher Ritterorden auf Initiative einiger Kreuzritter ins Leben gerufen. Gründer war Hugo de Payens, ein burgundischer Ritter. Ihre Ideale waren: Die Verteidigung des Grabes Christi in Jerusalem und der Schutz der Pilger, die sich zu ihm begaben. Sie wurden eine mächtige und politisch einflußreiche Organisation, die die ganze christliche Welt mit einem Netz von Niederlassungen überzog. Nach dem Scheitern der Kreuzzüge und das Verschwinden der christlichen Staaten im Heilgen Land wurde schließlich die materiellen und ideologischen Grundlagen des Templerordens zerstört. Am Anfang des 14. Jahrhunderts wurden den Templern mit dem Vorwurf der Häresie ein spektakulärer Prozeß gemacht, manche gestanden unter der Folter im Sinne der Anklage: Abkehr von Jesus Christus, Gewinnsucht und Geiz, Sodomie. Schon zu der Zeit wurde am Wert solcher erfolterten "Geständnisse" gezweifelt. Der Orden war zu einer Machtprobe zwischen Papst Clemens V. und Philipp der Schöne von Frankreich geworden.

Die jüngste Forschung neigt dazu, in den Tempelrittern hintergangene Opfer zu sehen. Werkzeuge und Marionetten der politischen Winkelzüge von Kirche und Staat. Andere Autoren betrachten die Templer als mystische Wahrer eines die Grenzen der Christentums überschreitenden Geheimwissens. Da die Templer strenge Geheimhaltung pflegten und ihre Schriften während ihrer Verfolgung verloren gingen, gibt es kaum authentische Dokumente.

Unbestritten ist aber sowohl der begeisterte Heldenmut der Tempelritter als auch der Beitrag, den sie zur Geschichte leisteten. Es steht auch außer Fragen, daß der Orden eine der faszinierendsten und rätselhaftesten Institutionen der westlichen Welt ist. In seiner Glanzzeit war der Orden - mit Ausnahme des Papsttums, die mächtigste und einflußreichste Organisation des gesamten Christentums.

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Ich hab etwas gegen Millionäre – aber wenn ich die Chance hätte, einer zu werden, könnte ich für nichts garantieren. Mark Twain, Erzähler, 1835-1910 Zitate & Sprüche.

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