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Verfolgung der Templer in Frankreich

Zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts reifte in König Philipp IV. dem Schönen, von Frankreich der Plan heran, sein Königreich möglichst umgehend von den Templern zu säubern. Gleichzeitig waren sie aber auch tüchtig und bestens ausgebildet, eine Streitmacht aus "Berufssoldaten", schlagkräftiger und besser durchorganisiert als alles, was der König an Truppen hätte aufbieten können. Darüber hinaus bekleideten sie in ganz Frankreich wichtige Posten und entzogen sich vollkommen dem Zugriff Philipps. Der König schuldeten ihnen Geld. Die Tatsache, daß er sich vor dem aufständischen Pariser Mob im Ordenshaus der Tempelherren in Sicherheit bringen mußte, hatte ihn zutiefst gedemütigt. Auch neidete er ihnen ihren unermeßlichen Reichtum, von dem er bei seinen zwangsweisen Aufenthalt in ihrem Palast einen Eindruck bekommen hatte. Sein Gesuch um Aufnahme in den Orden wurde abschlägig beschieden, was er als eine tiefe Schmach empfand. All diese Vorfälle, verbunden mit der beunruhigenden Aussicht auf einen Templerstaat im Staate, veranlaßten Philipp IV. zum Handeln. Und der Vorwurf der Ketzerei bot hierzu einen willkommenen Vorwand.

Die Templer und der Papst

Als erstes mußte Philipp den Papst für seine Pläne gewinnen, dem die Tempelritter, zumindest theoretisch, nach wie vor Treue und Gehorsam schuldeten. Im Jahre 1305 war es ihm gelungen, die Wahl seines Kandidaten - des Erzbischofs von Bordeaux - auf den vakanten Stuhl Petri durchzusetzen. Von 1305 bis 1376 residierte der Papst in Avignon. Der neue Pontifex maximus, Klemens V., war dem französischen König zu Dank verpflichtet und konnte dessen Forderungen kaum zurückweisen. Eine dieser Forderungen gipfelte darin, den Templerorden zu verurteilen und aufzulösen.

König Philipp plant sein Vorgehen gegen die Templer

Philipp plante das weitere Vorgehen äußerst sorgfältig. Er ließ eine Liste von Anschuldigungen zusammenstellen, die zum Teil von seinen Spionen stammten, die er in die Reihen der Ordensbrüder eingeschleust hatte, und teilweise auf dem freiwilligen Geständnis eines übergelaufenen Tempelritters beruhten. Philipp sah den Zeitpunkt zum Handeln nun für gekommen. Mit geradezu tödlicher Präzision lief die von ihm vorbereitete Aktion ab. Der König sandte versiegelte und geheime Befehle an seine Seneschalls im ganzen Land. Die Siegel mußten überall gleichzeitig zu einer festgesetzten Stunde erbrochen und die Befehle unverzüglich ausgeführt werden. Danach waren im Morgengrauen des 13. Oktober 1307, alle Tempelritter in Frankreich zu verhaften, ihre Ordenshäuser königlicher Aufsicht zu unterstellen und ihre Güter zu beschlagnahmen. Obgleich Philipps Überraschungscoup vorderhand die gewünschten Ergebnisse zeigte, verfehlte er sein Hauptziel: Das immense Vermögen des Ordens, dem sein eigentliches Interesse galt, entging seinem Zugriff. Was später aus dem sagenhaften Schatz der Templer wurde, ist bis heute ein Geheimnis geblieben.

Tatsächlich ist zu bezweifeln, ob Philipps Vorgehen gegen den Orden so überraschen kam, wie er und viele Historiker nach ihm glaubten. Manches deutete darauf hin, daß die Templer eine Warnung erhalten hatten. So ließ der Großmeister, Jacques die Molay, kurz vor dem Verhaftungstermin viele Bücher und Dokumente des Ordens verbrennen. An alle Ordenshäuser in Frankreich ging ein offizielles Rundschreiben, in dem daran erinnert wurde, keinerlei Informationen über die Bräuche und Rituale des Ordens preiszugeben.

Wie dem auch sei, nachweislich wurden gewissen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So ergaben sich die Ritter, die festgenommen wurden, meist ohne allen Widerstand.


Tempelritter Geschichte und Verfolgung Inhaltsverzeichnis




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