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Tempelritter Andere Länder - Schicksal des Ordens der Templer


König Phillipp IV. hatte nichts unversucht gelassen, auch auf andere Herrscher dahingehend einzuwirken, daß sie die Tempelritter in ihren Ländern unnachgiebig verfolgten und bis zum letzten Mann auszurotten.

Trotz allen Nachdrucks, mit dem Philipp seinen diesbezüglichen Forderungen vortrug, hatten seine Bemühungen nur wenig Erfolg. Sein eigener Schwiegersohn, Eduard II. von England, ergriff zunächst Partei für den Orden, bevor er ziemlich halbherzig auf die von Papst und französischen König vertretene Linie einschwenkte. Nur wenige Templer wurden daraufhin verhaftet und selbst diese wenigen erhielten in den meisten Fällen milde Strafen, so zum Beispiel einen mehrjährigen "Buß"-Aufenthalt in Abteien und Klöstern, wo sie im allgemeinen ein angenehmes Leben führten. Zwar wurde ihr Landbesitz an den Johanniterorden überschrieben, doch entgingen die englischen Templer den zum Teil bestialischen Verfolgungen, denen ihre französischen Brüder ausgesetzt waren.

Die Templer in Schottland

In anderen Ländern begegnete Philipps Wunsch noch größeren Vorbehalten. Schottland zum Beispiel befand sich seinerzeit gerade im Kriegszustand mit England, und die chaotischen Verhältnisse boten nicht eben die besten Voraussetzungen dafür, juristische Sonderwünsche durchzusetzen. So kam es, daß die päpstliche Bulle mit der Auflösungsverfügung des Templerordens in Schottland nie verkündet, und der Orden dort folglich nie aufgelöst wurde. Das lag aber nicht unbedingt an einer besonderen Toleranz der Schotten, sondern daran, daß ein Großteil des Landes unter päpstlichen Bann lag, folglich die Bulle für dort gar nicht galt. Viele Tempelritter aus England und vermutlich auch aus Frankreich fanden in Schottland Zuflucht. Gerüchte, nach denen der Orden in Schottland noch weitere vierhundert Jahre als Institution existiert haben soll, sind nicht ganz von der Hand zu weisen. 1688 verlor Jakob II. von England und Schottland seinen Thron an Wilhelm von Oranien. Die schottischen Anhänger des Stuartkönigs erhoben sich daraufhin, und 1689 kam es zur Schlacht von Killiecrankie, in der die Anführer, der mit Jakob II. verbündeten Truppen, John Claverhouse, Viscount of Dundee, den Tod fand. Bei der Bergung seiner Leiche stellte man fest, daß er das Großkreuz des Templerordens trug.

Die Templer in Lothringen

Der Herzog von Lothringen war den Templern freundlich gesinnt. Nur einige wenige wurden vor Gericht gestellt und diese freigesprochen. Die meisten folgten dem Rat ihres Präzeptors, sich in Aussehen und Kleidung ihrer Umgebung anzupassen. Im übrigen Heiligen Römischen Reich drohten die Tempelritter damit, im Falle einer juristischen Verfolgung zu den Waffen zu greifen. Daraufhin sprachen sie die eingeschüchterten Richter frei. Als der Orden schließlich offiziell aufgelöst wurde, schlossen sich viele deutsche Tempelritter den Johannitern beziehungsweise dem Deutschen Orden an. Auch die spanischen Templer widersetzten sich der Verfolgung und fanden in anderen Orden Unterschlupf.

Die Templer in Portugal

In Portugal wurden die Tempelherren durch einen Untersuchungsausschuß von jedem Verdacht freigesprochen und änderten 1318 ihren Namen: Aus dem Tempelorden wurde nun der Christusorden. Unter dieser Bezeichnung bestand er bis weit ins 16. Jahrhundert hinein und widmete sich vornehmlich der Seefahrt. Vasco da Gama war ein Ritter Christi. Prinz Heinrich, der Seefahrer war ein Großmeister des Ordens. Die Schiffe der Bruderschaft segelten unter dem bereits bekannten Tatzenkreuz, unter dem auch die drei Karavellen Christoph Kolumbus 1492/93 den Atlantik überquert hatten. Kolumbus war mit der Tochter eines ehemaligen Ritters des Christusordens verheiratet, der ihm seine Seekarten und Logbücher zur Verfügung stellte.

Er nahm einen anderen Namen an, zunächst Orde du Temple, später dann Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani (christliche Ritterorden vom Tempel in Jerusalem. Heute berufen sich zahlreiche Gruppen auf den Orden. Der Christliche Ritterorden zum Tempel von Jerusalem vertritt heute offiziell die Ideale der Templer. Der Hauptsitz ist in Jerusalem, das deutsche Großpriorat hat seinen Sitz in Köln.

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