Geschichte der Fallas
Geschichte des Fallasfestes
Das wohl größte Fest in Valencia sind die Fallas. Da werden haushohe Figuren, sogenannte Ninots, aus Holz und Pappmaché monatelang in eigens dafür erbauten großen Hallen von Künstlern mit einer geradezu besessenen Liebe zum Detail gestaltet. Der einzige Zweck dieser Ninots ist, sie vom 15. März an in den Gassen, Plätzen und Straßen aufzustellen, damit sie bewundert werden können, um sie am 19. März, dem Tag des San José, dem Schutzheiligen der Zimmerleute, endgültig dem Feuertod zu übergeben. Zu den züngelnden Flammen krachen Böllerschüsse. An den Ninots stellen Pyrotechniker weitere Knallkörper und Raketen auf, um das Erlebnis zu vertiefen. Ohrschutz ist empfehlenswert. Die Fallas haben ihren Ursprung in Valencia, werden aber inzwischen auch in den anderen Orten der Costa Blanca gefeiert.Über den eigentlichen Ursprung des Fallas-Festes besteht Unklarheit. Die einen behaupten, nach dem kalten Winter hätten die Zimmerleute ein Frühlingsfeuer veranstaltet. Sie bastelten ein Holzgestell und bekleideten es, ähnlich einer Vogelscheuche. Dann wurden ein paar pfiffige oder frivole Sprüche auf ein Papier geschrieben, dieses zur Figur gestellt und verbrannt. Andere glauben, dass man ein Feuer mit Schreckgestalten veranstalten wollte, damit Ängste und Kälte des Winters vertrieben werden.
Anfang des 17. Jahrhunderts ließ der Erzbischof von Valencia den Papst den 19. März für die Stadt Valencia zum kirchlich vorgeschriebenen Feiertag erklären und gab so dem Volksfest einen christlichen Rahmen.
Sicher ist, dass sich die Leute zu allen Zeiten an den Figuren riesig freuten, je erotischer und perverser, desto mehr wurde applaudiert. Es war für sie seinerzeit die einzige Möglichkeit, den Puritanern und der Bourgoisie eins auszuwischen. Es kam, wie es kommen musste. Im Jahr 1851 wurden die Fallas verboten. Erst 1883 rief das Ayuntamiento von Valencia zu einem etwas gesitteteren Fallas-Fest auf und versuchte durch eine Steuer pro Figur das Fest zu beschränken. Als im Jahr 1885 keine Figur mehr entstand und das Volk lautstark protestierte, senkte das Ayuntamiento die Steuer. Mit 10 Peseten pro Ninot entstanden beim nächsten Fest 29 Figuren. Der Versuch die Fallas durch ein polizeiliches Verbot abzuschaffen oder durch Steuern zu reglementieren war gescheitert. Die Fallas blieben zunächst die Möglichkeit des Volkes gegen soziale und politische Mißstände zu protestieren, ihr Erfolg war nicht mehr aufzuhalten.
Erst die Idee im Jahr 1895 einen Preis für die schönste Figurengruppe auszusetzen, veränderte den Charakter der Fallas gründlich. Damit verdrängte die schöne Form den kritischen, meist laienhaft umgesetzten Protest. Heute werden, nicht nur in der Hochburg Valencia, sondern auch in vielen anderen Orten der Costa Blanca Ninots zu San José verbrannt, wobei sich die Bräuche von Ort zu Ort etwas unterscheiden.
Spanische Fiestas - Die Fallas
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Externe Links:
Fallas in Denia 2004
Corefoc - Feuerteufel in Beniarbeig
Bous a la Mar - Stiere ins Meer in Denia

