Liste der Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Was ist der Bundespräsident
Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland ist der Bundespräsident, gewählt wird dieser von der Bundesversammlung. Seit 1979 tritt die Bundesversammlung am 23. Mai zusammen, dem Tag, an dem die Verkündigung des Grundgesetzes 1949 stattfand.
Amtszeit Bundespräsident
Die Amtszeit eines Bundespräsidenten beträgt fünf Jahre. Es ist nur eine Wiederwahl möglich, damit kann ein Bundespräsident maximal zehn Jahre im Amt sein.Diese Dienstzeit erreichten nur Theodor Heuss (1949 - 1959) und Richard von Weizsäcker (1984 - 1994). Heinrich Lübke (1959 - 1969) trat drei Monate vor Ablauf seiner zweiten Amtszeit zurück. Und Horst Köhler beendete, trotz der Wiederwahl 2009, seine Amtszeit vorzeitig nach sechs Jahren. Alle anderen Bundespräsidenten erlebten nur eine Amtszeit.
Erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war Theodor Heuss (FDP), der bei der allerersten Bundesversammlung am 12. September 1949 im zweiten Wahlgang durchsetze. Sein Hauptkonkurrent war Kurt Schumacher von der SPD gewesen.
Eine Frau hat es noch nicht in die Liste der Bundespräsidenten geschafft. Allerdings gab es schon einige Male Gegenkandidaten. So war die frühere bundestagspräsidentin Annemarie Renger die erste Frau, die überhaupt zur Wahl stand. Allerdings musste sich die Kandidatin der SPD 1979 Karl Carstens geschlagen geben.
2010 kam es dann zu einem absolutem Novum. Mit Horst Köhler trat erstmals ein amtierender Bundespräsident von seinem Amt zurück. Bei den Neuwahlen setzte sich dann Christian Wulff durch.
Liste der Bundespräsidenten
Der allererste Bundespräsident war Karl Arnold, der das Amt allerdings nur wenige Tage kommissarisch ausübte. Mit dem Amtsantritt von Theodor Heuss am 13. September 1949, einem Tag nach der Bundesversammlung, endete die kommissarische Tätigkeit von Karl Arnold als Bundespräsident.1. Bundespräsident Theodor Heuss
Amtszeit: 13. September 1949 bis 12. September 1959FDP, gewählt von einer Koalition von CDU/CSU und FDP.
Gegenkandidat mit den meisten Stimmen: Kurt Schumacher (SPD)
Wiederwahl 1954 auch mit den Stimmen der SPD.
2. Bundespräsident Heinrich Lübke
Amtszeit: 13. September 1959 bis 30. Juni 1969CDU.
Auf Platz zwei landeten Carlo Schmid (SPD) und Max Becker (FDP).
Bei der Bundesversammlung 1964 wurde Heinrich Lübke wieder gewählt. Die SPD stellte keinen eigenen Kandidaten auf, Erwald Bucher von der FDP fiel bereits im ersten Wahlgang durch.
3. Bundespräsident Gustav Heinemann
Amtszeit: 1. Juli 1969 bis 30. Juni 1974SPD, wurde von SPD und FDP unterstützt.
Gustav Heinemann setzte sich erst im dritten Wahlgang mit 511 (49,3 Prozent) zu 507 (48,9 Prozent) der Stimmen durch. Gegenkandidat war Gerhard Schröder von der CDU.
Gustav Heinemann verzichtete auf eine zweite Amtszeit.
4. Bundespräsident Walter Scheel
Amtszeit: 1. Juli 1974 bis 30. Juni 1979FDP, unterstützt von FDP und SPD.
Gustav Heinemann setzte sich im ersten Wahlgang gegen den CDU-Kandidaten Richard von Weizsäcker durch.
Walter Scheel verzichtete auf eine zweite Amtszeit. Die FDP enthielt sich bei der Bundesversammlung am 23. Mai 1979 ihrer Stimmen.
5. Bundespräsident Karl Carstens
Amtszeit: 1. Juli 1979 bis 30. Juni 1984CDU
Erstmals gab es mit der früheren Bundestagspräsidentin Annemarie Renger eine Kandidatin, aufgestellt von der SPD. Karl Carstens setzte sich bereits im ersten Wahlgang gegen die SPD-Kandidatin durch.
6. Bundespräsident Richard von Weizsäcker
Amtszeit: 1. Juli 1984 bis 30. Juni 1994CDU, unterstützt von beiden großen Volksparteien
Richard von Weizsäcker wurde von beiden großen Volksparteien unterstützt und bekam bereits im ersten Wahlgang 80 Prozent der Stimmen. Die Grünen hatten die Schriftstellerin Luise Rinser als Gegenkandidatin aufgestellt, sie bekam 6,5 Prozent der Stimmen.
Bei der Bundesversammlung 1989 verzichteten auch die Grünen auf eine Gegenkandidatin/einen Gegenkandidaten. Richard von Weizsäcker wurde mit 84,9 Prozent der Stimmen wieder gewählt.
Die 10. Bundesversammlung am 23. Mai 1994 fand erstmals im Reichstagsgebäude in Berlin statt.
7. Bundespräsident Roman Herzog
Amtszeit: 1. Juli 1994 bis 30. Juni 1999CDU
Insgesamt standen fünf Kandidaten zur Wahl als Nachfolger von Richard von Weizsäcker.
Roman Herzog setzte sich im 3. Wahlgang vor Johannes Rau (SPD) und Hans Hirzel (Vorschlag der Republikaner) durch. Wobei Hans Hirzel wie in den Wahlgängen zuvor auf nicht einmal ein Prozent der Stimmen kam. Nach dem ersten Wahlgang hatte Jens Reich (Grüne) seine Kandidatur zurückgezogen. Nach dem zweiten Wahlgang Hildegard Hamm-Brücher (FDP).
Roman Herzog trat nicht zur Wiederwahl an.
8. Bundespräsident Johannes Rau
Amtszeit: 1. Juli 1999 bis 30. Juni 2004SPD
Johannes Rau wurde mit Stimmen von SPD und Grüne im zweiten Wahlgang gewählt. Gegenkandidaten waren Dagmar Schipanski (CDU) und Uta Ranke-Heinemann (PDS Vorschlag).
Johannes Rau trat nicht wieder an
9. Bundespräsident Horst Köhler
Amtszeit: 1. Juli 2004 bis 31. Mai 2010 - Horst Köhler trat als erster Bundespräsident der BRD zurück.CDU
Horst Köhler setzte sich im 1. Wahlgang mit 604 Stimmen gegen die SPD-Kandidatin Gesinde Schwan (589 Stimmen) durch.
Bundesversammlung 23. Mai 2009:
Kandidaten: Horst Köhler, der amtierende Bundespräsident, wird wieder für das Amt kandidieren. Die SPD hat ihre Kandidatin von 2004, Gesine Schwan, erneut nominiert. Die Linke kündigte an, den Schauspieler Peter Sodann zur Wahl zu stellen. NPD und DVU nominieren den Liedermacher Frank Rennicke.
Horst Köhler wurde im ersten Wahlgang wiedergewählt. 613 Ja-Stimmen für den Amtsinhaber.
1223 abgegebene Stimmen, 2 ungültige, 1221 gültige, 10 Enthaltungen. 613 Ja-Stimmen für Horst Köhler. 503 für Gesine Schwan, 91 für Peter Sodann (Linke). Frank Rennicke, der von NPD und DVU aufgestellt worden war, erhielt vier Stimmen.
Das erste mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist mit Horst Köhler ein amtierender Bundespräsident von seinem Amt zurückgetreten.
10. Bundespräsident
Gewählt am 30. Juni 2010: Christian WulffNach dem Rücktritt von Horst Köhler wird nun nach einem geeigneten Nachfolger gesucht. Gewählt werden soll der neue Bundespräsident dann am 30. Juni 2010. Später ist wohl nach Grundgesetz nicht möglich. Kandidat der CDU, CSU und FDP ist Christian Wulff, zuvor Ministerpräsident von NRW, und die SPD, Grünen schicken Joachim Gauck ins Rennen. Die Linkspartei schickte Luc Jochimsen ins Rennen und die NPD Frank Rennicke.
Im ersten Wahlgang konnte sich Wulff nicht durchsetzen. Er verfehlte die absolute Mehrheit.
Und auch im zweiten Wahlgang erreichte Christian Wulff die erforderliche absolute Mehrheit von 623 Stimmen nicht. Der CDU/CSU/FDP-Kandidat erhielt nur 615 Stimmen. Gauck erhielt 490 Stimmen.
Im dritten Wahlgang reicht dann die einfache Mehrheit der Stimmen. Und die hat Christian Wulff dann auch geschafft.

