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Frauen und Macht - Entwicklung von Bildung und Frauenwahlrecht Teil 4 - (Gründung der Bundesrepublik Deutschland) über 2005 (Angela Merkel wird Bundeskanzlerin) bis heute

(Gründung der Bundesrepublik Deutschland) über 2005 (Angela Merkel wird Bundeskanzlerin) bis heute

1949: Elisabeth Selbert (SPD) setzt gegen Widerstände durch, dass der Satz Männer und Frauen sind gleichberechtigt ins Grundgesetz aufgenommen wird. Auch die DDR Verfassung nimmt die Gleichberechtigung von Mann und Frau in die Verfassung auf. Im Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz ausarbeitete saßen insgesamt vier Frauen. Dem Rat gehörten insgesamt 65 stimmberechtigte und fünf nicht stimmberechtigte West-Berliner Mitglieder an.

1955: Laut Erlass des Bundesministeriums vom 9. Februar 1955 dürfen sich nun unverheiratete Frauen auch Frau statt Fräulein nennen. Bis in die 1980er Jahren bleibt Fräulein förmliche Anrede für unverheiratete Frauen gleich welchen Alters.

1958: Auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts tritt das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft. Es war 1957 verabschiedet worden und war gegen die Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU/CSU u.a. Dabei hatte die spätere erste Bundesministerin Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) gegen ihre eigene Fraktion gestimmt, da sie eine vehemente Gegnerin des sog. Stichentscheids in der Ehe war. Mit diesem hätte der Mann bei Streitfällen in allen die Ehegatten betreffenden Angelegenheiten seine Ansicht durchsetzen können. Das Alleinentscheidungsrecht des Mannes in der Ehe wird gestrichen. Frauen dürfen ohne Erlaubnis ihrer Männer arbeiten gehen, allerdings nur, wenn sie ihre häuslichen Pflichten nicht vernachlässigen. Erst 1977 fällt das Recht des Ehemanns, der Frau den Beruf zu verbieten und sein Recht, im Namen seiner Frau den Job zu kündigen. Die Reform schränkt das väterliche Vorrecht in der Kindererziehung (erst 1979 vollständig beseitigt) ein und gibt Frauen das Recht, ihr in die Ehe eingebrachtes Vermögen selbst zu verwalten.

1961: Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) ist die erste Frau im Kabinett einer deutschen Bundesregierung. Sie wird Bundesminister für das Gesundheitswesen (bis 1965). Die Ernennung von Frau Schwarzhaupt zur Ministerin war ein massives Einwirken der CDU-Frauenvereinigung auf Bundeskanzler Konrad Adenauer vorangegangen.

1968: Während der Studentenbewegung gründen Anhängerinnen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) den Aktionsrat zur Befreiung dr Frauen, die erste Organisation der neuen Frauenbewegung. Damit kommt die erste öffentliche Diskussion über bis dahin private Themen wie Gewalt in der Ehe und Kindererziehung. In der Folge bildet sich der Frankfurter Weiberrat und andere Frauengruppen.

1970: Erste Zusammenschlüsse zur Abschaffung des § 218 StGB, z.B. die "Aktion 218". Die Reform des § 218 StGB bestimmte bis 1975 wesentlich das Bild der neuen Frauenbewegung.

1971: Im der Illustrierten stern bekennen sich 374 Frauen darunter Alice Schwarzer, die die Kampagne ins Rollen brachte, dazu illegal abgetrieben zu haben. Beginn des neuen Kampfes gegen Paragraf 218.

1971: Auf Bundesebene erhalten die Frauen in der Schweiz das Wahlrecht. Erst 1990 wird das Frauenwahlrecht auch im Kanton Appenzell Innerhoden eingeführt. Allerdings tat dies der Kanton nicht freiwillig sondern nach einem Bundesgerichtsentscheid.

1972: In Frankfurt ruft der Bundesfrauenkongress Frauen dazu auf,autonom zu werden. Startschuss für eine Massenbewegung. In Berlin wird das erste Frauenzentrum eingerichtet.

1972: Annemarie Renger (SPD) wird die erste Bundestagspräsidentin (bis 1976). In der gleichen Legislaturperiode löst die Abgeordnete Lenelotte von Bothmer (SPD) im Deutschen Bundestag einen Skandal aus, weil sie im Hosenanzug ans Rednerpult getreten war. 1979 kandidiert Annemarie Renger als erste Frau für das Amt der Bundespräsidentin, unterliegt aber gegen Karl Carstens.

1973: Die ASF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen) wird in Ludwigshafen gegründet. Die erste ASF-Bundesvorsitzende Elfriede Eilers trat an mit dem Anspruch: Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen hat die Aufgabe, sich selbst überflüssig zu machen.
1975: Die Vereinten Nationen (UN) proklamieren 1975 zum Internationalen Jahr der Frau.

1977: Gründung der Zeitschrift Emma durch Alice Schwarzer. Der Name Emma wurde wegen seiner Griffigkeit und als Wortspiel auf Emanzipation gewählt. Seit der ersten Ausgabe am 26. Januar 1977 gilt das Blatt als Leitblatt der Frauenbewegung in Deutschland. Im gleichen Jahr wird das erste Frauenhaus in Berlin eröffnet (nach anderen Quellen bereits 1976). 2005 gab es in Deutschland etwa 400 Frauenhäuser.

1977: In Großbritannien wird Margaret Thatcher die erste Premierministerin eines europäischen Landes. Sie bleibt bis 1990 Permierministerin des Vereinigten Königreiches und erwirbt sich den Spitznamen Eiserne Lady.

1979: Mit Annemarie Renger wird erstmals eine Frau zur Wahl des Bundespräsidenten aufgestellt. Sie unterliegt im ersten Wahlgang Karl Carstens.

1980: Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird die Gleichbehandlung von Männern und Frauen verankert. Die gleiche Entlohnung wird genauso festgeschrieben, wie die geschlechtsneutrale Stellenausschreibung.

1982: Monika Wulf-Mathies wird Chefin der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV). Sie ist die erste Frau, die Vorsitzende einer Gewerkschaft in Deutschland wird. Monika Wulf-Mathies steht an der Spitze der zweitgrößten Einzelgewerkschaft Deutschlands.

1984: Das Fürstentum Liechtenstein führt das Frauenwahlrecht ein.

1984: Die Grünen wählen als erste Partei eine rein weibliche Fraktionsspitze. 1985 folgt die Frauenquote bei den Grünen.

1985: Die CDU hält ihren ersten Frauenparteitag ab.

1988: Auch die SPD führt eine Geschlechterquote ein, sie endet 2017. Ämter und Mandate müssen zu mindestens 40 Prozent von jedem Geschlecht besetz werden.

1992: Maria Jepsen wird in Hamburg zur Bischöfin von Nordelbien gewählt. Sie gilt damit als erste lutherische Bischöfin der Welt.

1993: Die Sozialdemokratin Heide Simonis (SPD) wird Nachfolgerin von Björn Engholm als schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin (bis 2005). Sie ist die erste Frau an der Spitze eines Bundeslandes. 2005 wird ihr bei der Wahl im Landtag von einem Mitglied der geplanten Koalition in Kiel die Stimme verweigert. Sie schafft es nicht, sich in vier Wahlgängen gegen Peter Harry Castensen durchzusetzen.

1994: Im Rahmen einer Verfassungsreform kommt es zur Ergänzung des Grundgesetzes Artikel 3, Absatz 2: Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
1997: Vergewaltigung in der Ehe wird unter Strafe gestellt.

1999: Margot Käßmann wird zur Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers gewählt. Sie ist die erste richtige Landesbischöfin (siehe 1992).

2003: In Afghanistan wird das Frauenwahlrecht eingeführt.

2005: In Kuwait besitzen Frauen nun das aktive sowie das passive Wahlrecht.

2005: Angela Merkel (CDU) wird Bundeskanzlerin, die erste Frau in diesem Amt. Sie steht einer Koalition von CDU/CSU und SPD vor.

2009: In Kuwait ziehen gleich vier Frauen in das neu gewählte Parlament ein. Damit stellen sie acht Prozent der 50 Abgeordnete. Erst 2005 war in Kuwait das Frauenwahlrecht eingeführt worden.

2011: Der saudische König Abdullah macht die Ankündigung, dass Frauen zukünftig das aktive und passive Wahlrecht für Kommunalwahlen erhalten. Die nächsten Kommunalwahlen in Saudi-Arabien an denen Frauen dann als Wählerinnen und auch Kandidatinnen teilnehmen dürfen sind 2015. Frauen sollen zukünftig auch in den Schura-Rat berufen werden können. Das 150köfpige Gremium in der Monarchie hat allerdings nur beratende Funktionen. Auch Männer haben in Saudi Arabien erst seit 2005 ein Wahlrecht bei Kommunalwahlen.

2015: Im Dezember 2015 finden in Saudi-Arabien Kommunalwahlen statt. Frauen dürfen tatsächlich an diesen teilnehmen. Sie dürfen dabei nicht nur wählen sondern können auch gewählt werden.

2016: Hillary Clinton wird als erset Frau Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Die Wahlen zum US-Präsidenten finden im November 2016 statt. Hillary Clinton schreibt Geschichte.

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