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Olympe de Gouges, wer war sie?

Olympe de Gouges selbst gibt 1793 ihr Alter mit 38 Jahren an. Geboren wurde sie allerdings schon 1748 (und nicht 1755). Ihr Geburtsort ist Montauban nahe Toulose in Südfrankreich. In der Geburtsakte von Olympe de Gouges wird Anne-Olympe Mouisset, verheiratet Gouze als Mutter und als Vater der Metzger Pierre Gouze genannt. Die Geburt der Tochter Marie ist für den 7. Mai 1748 angegeben. In ihrem autobiographischen Roman "Memoire de Valmont" gibt Olympe de Gouges an, sie sei die Tochter des Marquis Le Franc de Pompignan. Und auch in zahlreichen anderen Schriften betont Olympe de Gouges, illegitime Adelstochter zu sein; beispielsweise im November 1792: "Ich bin die Tochter eines berühmten Mannes, seiner Tugenden wie seiner literarischen Talente wegen. Es gab in seinem Leben nur einen Irrtum, er war gegen mich gerichtet." Ob Olympe de Gouges wirklich aristokratischer Herkunft war, ist nicht geklärt. Sie gab sich selbst ein aristokratisches Pseudonym, vielleicht weil sie es liebte, mit List und Schadenfreude Legenden um ihre Persönlichkeit zu weben, vielleicht auch um dem zweifachen Makel ihrer "falschen" Geburt, weiblichen Geschlechts und ohne Aussicht auf Erziehung oder Vermögen zu sein, zu entkräften. Aber Olympe de Gouges weiß sich zu helfen, hat sie die Natur doch mit Intelligenz und Schönheit beschenkt.

In ihren Mädchenjahren wird ihre Intelligenz nicht gefördert. Olympe de Gouges kann nur mangelhaft lesen und schreiben, einen Großteil ihrer Schriften diktierte sie Sekretären (keine ungewöhnliche Praxis in der damaligen Zeit). Olympe de Gouges beklagte sich häufig über ihre mangelhafte Bildung, um jedoch sogleich entschlossen und selbstbewußt festzustellen, daß dies kein Grund zum Stillschweigen sei.

Olympe de Gouges Muttersprache war Okzitanisch (siehe unten), Französisch ist nur eine Zweitsprache für sie: "Man hat mir nichts beigebracht, aufgewachsen in einem Land, wo man schlecht Französisch spricht, kenne ich nicht seine Grundlagen." Dies findet sich auch in ihrem späteren Schreibstil wieder: Ihre von okzitanischen Wendungen geprägten Redeweise, ihre Impulsivität und ihr sprachlicher Witz wurden in den politischen Broschüren, Pamphleten und Schriften wohlwollend zur Kenntnis genommen (während sie bei ihren Theaterstücken eher auf Ablehnung stießen, trotzdem wurde sie diesen Widrigkeiten zum trotz in Paris als "Femme de Lettres" bekannt).

Nach Paris
Okzitanisch wird heute noch in Frankreich gesprochen. Und das trotz des Artikel 2 der französischen Verfassung, der der französischen Sprache absolute Alleingewalt verleiht und die plurilinguistische Realität Frankreichs ignoriert. Bei dem Okzitanischen handelt es sich um eine romanische Sprache, die sich wie das Italienische, Französische, dem Katalanischen oder Spanische aus dem Vulgärlatein entwickelt hat. Es wird im südlichen Drittel Frankreichs, in einigen Tälern des Piemonts und in Katalonien (Nordspanien) gesprochen. Es wird geschätzt, dass es heute noch etwa zwei Millionen aktive Sprecher gibt. Im Mittelalter war die okzitanische Sprache eine blühende Kultursprache, die Troubadore sangen und dichteten in Okzitanisch. Das Okzitanische kann als erste europäische Literatursprache des Mittelalters betrachtet werden.




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