Giordano Bruno letzte Jahre in Italien
Im Jahre 1591 nimmt Giordano Bruno eine Einladung aus Venedig an. Der Adlige Giovanni Mocenigo möchte von ihm Unterricht in der Gedächtniskunst. In Padua bewirbt sich Giordano Bruno um eine Professur im Fach Mathematik. Diese geht allerdings an seinen berühmten Zeitgenossen Galileo Galilei. Warum sein GastgeberMocenigo Giordano Bruno am 23. Mai 1592 an die venezianische Inquisition verrät, ist nicht klar. Vielleicht hatte sich Mocenigo von ihm auch Unterricht in der Magie erhofft, da Giordano Bruno auch darüber eine Abhandlung verfasst hatte und fühlte sich getäuscht. Giordano Bruno wird in Venedig verhaftet und im Februar 1593 nach Rom überstellt.
Giordano Bruno vor dem Kirchengericht
Giordano Bruno kommt vor das Kirchengericht und verbringt den Rest seines Lebens im Gefängnis. Die katholische Kirche, die im 16. Jahrhundert von der Reformation geschwächt war, nahm gerade in Italien für sich in Anspruch die einzige Wahrheit zu vertreten, sowohl in geistigen aber auch in irdischen Dingen. Das Inquisitionsverfahren gegen Bruno fällt in die Amtszeit Papst Klemens VIII. (1592-1605), das Verfahren leitet Kardinal Robert Bellarmin (1542-1621), der alles las, was Giordano Bruno je veröffentlich hatte und mit Bruno diskutierte. Giordano Bruno versucht seine "ketzerischen" Ansichten als rein philosophische Ansichten darzustellen, die nichts mit dem Glauben zu tun haben. Er kann Bellarmin nicht überzeugen und sollte seine "Irrtümer" eingestehen und widerrufen.Seine Lehre von der beseelten Ewigkeit, sei ein Leugnen der Einmaligkeit Christi, so der Vorwurf der Inquisition. Giordano Bruno habe gegen die überlieferte Kirchenlehre gelästert und ketzerische Thesen über die Gestalt des Universums verbreitet. Anders als Galileo Galilei, der im entscheidenden Moment seine Thesen vor der Inquisition widerrief, blieb der Freidenker Bruno standhaft und widerruft seine Thesen nicht.
Giordano Bruno wird als Ketzer verurteilt
Am 8. Februar 1600 tritt das Präsidium des "Heiligen Officium" zusammen und spricht Giordano Bruno in allen Anklagepunkten für schuldig. Er wird aus dem Dominikanerorden, dem Priesteramt und der katholischen Kirche ausgeschlossen und den weltlichen Gerichten überantwortet. Seine Schriften werden auf den "Index der verbotenen Bücher" gesetzt und verbleiben bis ins 20. Jahrhundert auf diesem Index.Giordano Bruno wird am 17. Februar 1600 auf dem Campo die Fiori in Rom verbrannt. Seine letzten Worte sollen gewesen sein:
"Mit größerer Furcht verkündet ihr vielleicht das Urteil, als ich es entgegennehme."
Heute steht hier, gegen den Willen Papst Leo XIII (1878-1903), seit 1889 ein Denkmal für Giordano Bruno. Bereits 1868 wurde ihm in seiner Geburtsstadt Nola ein Denkmal errichtet.
Im Jahr 2000 erklärt der päpstliche Kulturrat und eine theologische Kommission die Hinrichtung Giordano Brunos für Unrecht. Eine vollständige Rehabilitierung des Gelehrten Giordano Bruno durch die katholische Kirche fand aber nicht statt.
Giordano Bruno heute
Von heutigen Wissenschaftlern wird Giordano Bruno skeptisch betrachtet, da seine wissenschaftlichen Entdeckungen, auch wenn sie zutreffend waren, nicht durch Berechnungen und Experimente zustande kamen, sondern durch logische Überlegungen. Seine Annahme, hinter dem Saturn gäbe es noch weitere Planeten ist zwar richtig, beruht aber auf keine Berechnung, sondern war nur eine logische Überlegung.Giordano Bruno beeinflusste u.a. Spinoza, Herder, Goethe und Schelling.
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