Giordano Bruno in Italien
Giordano Bruno hieß eigentlich Filippo Bruno, Giordano war sein Ordensname. Giordano Bruno wurde 1548 in Nola in der Nähe von Neapel geboren, sein Vater Giovanni schickt ihn 1558 auf die örtliche Lateinschule und erzieht ihn zum Freidenker. Von seiner Mutter ist nur der Name Fraulissa Savolina überliefert. Giordano Brunos Vater war ein Söldner im Dienst der spanischen Vizekönige von Neapel. Giordano Bruno war ein Zeitgenosse Galileo Galileis (1564-1642) und wie dieser ein Universalgelehrter. Er befasste sich mit Kosmologie, Mathematik, Philosophie, Logik, Grammatik, Gedächtniskunst, Theologie und Magie. Giordano Bruno sprach mehrere Sprachen und schrieb Gedichte und Komödien.
1562 besucht Giordano Bruno im Alter von 14 Jahren die Universität in Neapel um Logik und Dialektik zu lernen.
Giordano Bruno im Orden
Drei Jahre später, 1565, tritt Filippo dem Dominikanerorden "San Domenico Maggiore" in Neapel bei. Dort ändert sich sein Name in Giordano Bruno. Wahrschein weil man nur im Orden eine kostenlose, wissenschaftliche Ausbildung erhalten konnte.Diesen Beitritt bereute Giordano Bruno bald.
Er liest nicht nur die Schriften des antiken Philosophen Aristoteles (384-322), der damals als der Gelehrte überhaupt galt, sondern auch Schriften des Humanisten Erasmus von Rotterdam (1466/69-1536), Schriften die auf dem Index der verbotenen Bücher standen, da sie Aristoteles kritisierten.
1567 hängt Giordano Bruno in seiner Zelle alle Heiligenbilder ab, da er lediglich das Kreuz ehren wollte. 1571 gewährt Papst Pius V. (1566-1572) dem 23jährigen Theologiestudenten eine Audienz.
Neben der Heiligenanbetung lehnte Giordano Bruno auch den Marienkult, die Jungfrauengeburt Marias und die Dreieinigkeit ab. Allerdings verschlüsselt und nicht öffentlich. Die Ablehnung der Dreieinigkeit, der Verschmelzung Gottvaters, seinem Sohn Christus und dem Heiligen Geist zu einer Person stand im krassen Gegensatz zur katholischen Kirche. Für diese war und ist die Dreifaltigkeit ein zentraler Bestandteil des Glaubens, da nur so die Inkarnation Gottes in der menschlichen Gestalt Jesus Christi erklärt werden konnte.
1572 wird Giordano Bruno zum Priester geweiht und von den Dominikaner zur theologischen Fakultät nach Neapel geschickt, dort soll er seinen Glauben festigen.
Dort liest er die Werke der Neoplatoniker und macht sich eigene Gedanken über den Sinn des Lebens. Die Schriften des Kopernikus überzeugen ihn davon, dass die Sonne der Mittelpunkt des Planetensystems ist.
1575 erhält Giordano Bruno die Lehrbefugnis für Theologie.
Giordano Bruno macht aus seinen Ansichten kein Geheimnis, daher wird dem 28jährigen 1576 von der Römischen Inquisition mit einem Prozess wegen Ketzerei gedroht. Er erfährt rechtzeitig davon und legt seine Dominikanerkutte ab und flüchtet aus Italien.
1578 lässt Giordano Bruno sich in Genf (Schweiz) nieder und schließt sich dort den Kalvinisten an und studiert. Er schreibt eine Satire über einen Professor und veröffentlicht diese. Danach landet er im Gefängnis. Giordano Bruno flüchtet nun nach Frankreich.
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